20 août 2012

Coffee to go – Mit dem Geschmack der Vertreibung

Neuer Film erinnert an blutige Verstrickung der Neumann Kaffee Gruppe in Uganda

Brüssel, den 19. August 2012 - Der heute veröffentlichte Film „Coffee to go – Mit dem Geschmack der Vertreibung“ erinnert zum elften Jahrestag an eine blutige Vertreibung mit deutscher Beteiligung : Am 19. August 2001 vertrieb die ugandische Armee die Bevölkerung mehrerer Dörfer in der Nähe von Mubende von ihrem Land. Das Land wurde an die Kawari Coffee Plantation Ldt. verpachtet, eine Tochtergesellschaft der deutschen Neumann Kaffee Gruppe, die auf dem Land nun die Kaweri Kaffeeplantage betreibt.

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Action Mubende 2012
© Florence Kroff

Im Film kommen Betroffene wie die junge Ingabire Betty zu Wort. Sie berichtet von der Vertreibung, die sie zur Waise gemacht hat. Der Bauer Kasoma Aminadabu wiederum hat ein Kind verloren. Soldaten brannten Häuser, Kaffee- und Bananenstauden nieder, ihr Hab und Gut mussten die über 2.000 Dorfbewohnerinnen und Bewohner zurücklassen.

„Bis zum heutigen Tag sind die Vertriebenen weder für den vollständigen Verlust ihres Landes und ihrer Besitztümer, noch für die extreme Notlage, in der sie sich seit der Vertreibung befinden, entschädigt worden“, berichtet Gertrud Falk von FIAN Deutschland.
Seit 2002 unterstützt FIAN den friedlichen Kampf der Vertriebenen für Gerechtigkeit. Ebenfalls seit 2002 prozessieren die Vertriebenen gegen den ugandischen Staat und die Firma Kaweri. Doch diese schaffen es mit immer neuen juristischen Winkelzügen, den Prozess zu verschleppen.

Schwer zu belangen ist auch das deutsche Mutterunternehmen Neumann Kaffee Gruppe : „Noch immer ist es innerhalb des deutschen Rechtssystems praktisch unmöglich, Tochterunternehmen deutscher Firmen für Menschenrechtsverletzungen im Ausland zu belangen. Das deutsche Rechtssystem hängt damit der wirtschaftlichen Realität und den mit diesen verbundenen Menschenrechtsverstößen hinterher“, sagt Falk : „Aber nur mit solchen Gesetzen könnte man Unternehmen wie Neumann dazu zwingen, Verantwortung für die Todesfälle und die Notlage der Vertriebenen von Mubende zu übernehmen.“

„Die Vertriebenen müssen entschädigt und das unrechtmäßig entwendete Land an ihre Eigentümerinnen und Eigentümer zurückgegeben werden. Dass elf Jahre nach der Vertreibung den Vertriebenen weder von Kaweri und Neumann, noch vom ugandischen Staat eine Entschädigung zuerkannt wurde, ist schlicht ein Skandal“, so Falk.

FIAN wird auch weiterhin jährlich mit Aktionen auf dieses Unrecht aufmerksam machen, bis die Vertriebenen entschädigt wurden.

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Action Mubende 2012
© Florence Kroff

Den Film „Coffee to go“ finden Sie hier

Diesen Montag, wie auch schon letztes Jahr am Jahrestag der Vertreibung, wird FIAN dem ugandischen Botschafter in Brüssel Kaffee vorbeibringen, „damit nach nunmehr 11 Jahren der Straffreiheit, die ugandischen Autoritäten aufwachen und die Gemeinden in Mubende ihr Recht bekommen“ !

Berichte von 2011 in Grenz-Echo, De Tijd, Knack, Imagine, Politique,...

Kontakt : Manuel Eggen, FIAN Belgium - manu(at)fian.be - 0478 93 37 47