20 juin 2011

G20 Landwirtschaft - 500 zivilgesellschaftliche Organisationen fordern Stopp des Land Grabbings

Paris, 20. Juni 2011. Anlässlich des Agrarministertreffens der 20 reichsten Nationen (G20) in Paris wird heute der französischen Regierung ein Appell gegen den anhaltenden globalen Landraub überreicht. Der Appell wird von über 500 Bauern-, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen getragen und fordert ein Ende des Land Grabbings. Die besondere Brisanz : viele der privaten Investoren kommen aus den Ländern der G20.

Brennende Themen wie Spekulationen mit Nahrungsmitteln, negative Auswirkungen der Agrartreibstoffpolitik der Europäischen Union sowie die globale Ausverkauf von Ackerland überschatten das am Mittwoch beginnende Treffen in Paris. Während die Agrarminister der 20 reichsten Länder diskutieren, was gegen die Spekulationen mit Nahrungsmitteln und den wachsenden Hunger getan werden kann, werden weiter Millionen von Hektar fruchtbaren Ackerlandes Bauern, Nomaden und indigenen Gemeinschaften regelrecht unter den Füßen weggezogen. "Private Investoren stampfen riesige Agrarplantagen aus dem Boden oder sie spekulieren schlicht auf steigende Preise für fruchtbares Ackerland", so Roman Herre, Agrarreferent der Menschenrechtsorganisation FIAN."Es wurde mittlerweile vielfach dokumentiert, dass durch diese Investitionen das Recht auf Nahrung der lokalen Bevölkerung verletzt wurde."

Auf dem Weltsozialforum im Februar im Senegal wurde die ’Dakar-Erklärung gegen Landraub’ von einem Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen wie dem globalen Bauernnetzwerk La Via Campesina und der Menschenrechtsorganisation FIAN initiiert. Über 500 zivilgesellschaftliche Organisationen haben die Erklärung mittlerweile gezeichnet. Sie fordert die internationalen Institutionen auf, sich für die Rechte der lokalen Gemeinden einzusetzen und großflächige Landtransfers auf Eis zu legen. Die G20 wollen jedoch – so der Entwurf des G20 Aktionsplans – die seitens zivilgesellschaftlicher Organisationen stark kritisierten ’Prinzipien für verantwortliche Agrarinvestitionen’ (PRAI) unterstützen. „Mit der Unterstützung freiwilliger Verhaltensregeln für Privatinvestoren laufen die G20 Gefahr, den globalen Landraub zu legitimieren anstatt Investoren aus den eigenen Ländern klare Grenzen zu setzen“, so Herre.

Die unterzeichnenden Organisationen fordern das Komitee für Welternährung (Committee on World Food Security, CFS) der Vereinten Nationen auf, verbindliche Regeln gegen Landraub zu verabschieden.

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  • Antoine Bouhey, Peuples Solidaires/ActionAid, +33-1-48582185
  • Jeanne Moreen Jorand, CCFD, +33-1-44828000

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