Landraub

15. April 2016 20h00

Filmvorführung: „Landraub“

Cinema

Neustraße 86 in Eupen

22. April 2016 20h00

Filmvorführung: „Landraub“

Kino Corso

Bahnhofstraße 14 in Sankt Vith

Landraub ist eine neue Form des Kolonialismus und ein Dauerbrenner bei FIAN. Gewinner sind die großen Konzerne, Verlierer Zehntausende von Kleinbauern und Ureinwohnern, die Jahr für Jahr von ihrem Land vertrieben werden.

Staaten wie China, Saudi-Arabien oder Indien, multinationale Konzerne, Banken, Fonds und reiche Privatanleger investieren in Grund und Boden, nicht um Nahrung für die Menschen vor Ort zu produzieren, sondern für den Bedarf der reichen Länder u.a. für Agrartreibstoff.

Etwa 40 Prozent der weltweiten Ackerfläche stehen nach Schätzungen derzeit zur langfristigen Pacht oder zum Verkauf. Land gilt als krisensichere Investition; es wirft gigantischen Profit ab. Bevorzugt wird sich Land dort angeeignet, wo die Eigentumsverhältnisse unübersichtlich sind, d.h. Menschen keine offiziellen Besitzurkunden vorweisen können.

Bauernfamilien werden gewaltsam vertrieben, ihre Lebensgrundlage wird ihnen genommen Häuser, Felder und Wälder zerstört . Den Menschen wird regelrecht der Boden unter den Füßen weggezogen. Die Möglichkeit, Nahrung für sich selbst und den Verkauf anzubauen wird ihnen genommen und damit ihr Menschenrecht auf Nahrung verletzt.

Europäische Handelspolitik – Die „Alles außer Waffen“-Initiative
Die „Alles außer Waffen“-Initiative der EU, gewährt seit 2009 den am wenigsten entwickelten Länder der Welt wie Kambodscha zollfreie Importe in die EU. Dadurch soll die Wirtschaft dieser Länder gefördert und Armut und Hunger bekämpft werden. Diese Initiative hört sich positiv an, trägt aber zum weltweiten Landraub bei. In Kambodscha etwa stimulierte sie den massiven Zuckeranbau. Ohne die Zollfreiheit wäre die Zuckerrohrproduktion keine attraktive Investition. Kambodscha exportiert 65 000 Tonnen Zucker. 16 Millionen Euro Extraverdienst bringt der zollfreie Verkauf ein im Vergleich zum Weltmarktpreis.

Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie
Ebenfalls im Jahr 2009 verabschiedete das Europäische Parlament die Richtlinie für erneuerbare Energien. Diese schreibt vor, dass bis 2020 in allen EU-Mitgliedstaaten 10 Prozent der Kraftstoffe im Transportsektor aus erneuerbaren Energiequellen stammen müssen. Auch diese Politikvorgabe trägt entscheidend zum aktuellen Landraub bei. In Ländern des Südens werden seitdem in großem Maßstab Pflanzen wie Palmöl, Zuckerrohr, Mais und Jatropha angebaut, um Agrartreibstoffe für den europäischen Verkehrssektor herzustellen.

Dokumentarfilm LANDRAUB des österreichischen Regisseurs Kurt Langbein
Die Lokalgruppen Eupen und Sankt Vith möchten sensibilisieren für diese Form der Menschenrechtsverletzung und zwar rund um den 17. April 2016, den Internationalen Tag der Bauernkämpfe. Sie laden dann ein zur Vorführung des Films „Landraub“ von Kurt Langbein.
Der Film erzählt fünf Geschichten von Landraub. Außer in Kambodscha spielen sie in Sierra Leone, Äthiopien, in Malaysia und Rumänien. Es geht um Zucker, Palmöl, Tomaten und Getreide. Und um Unternehmer, die ihre Investitionen als Beitrag zur Entwicklung ärmster Länder verstehen. Sie sprechen von gesundem Wirtschaften, Sicherung der Nahrungsversorgung . Von Wohlstand für alle. Ihre Ländereien sind phantastisch geordnet, riesengroß und perfekt organisiert.
Die Gegenseite - Kleinbauern und Landarbeiter - beklagen Vertreibung und Versklavung, Verlust der Lebensgrundlage, Hunger und Zerstörung der Heimat.
LANDRAUB erzählt auch , was das mit uns zu tun hat. Es sind die Rahmenbedingungen aus unseren Ländern, die das große Geld auf die Äcker lockt – und diese Rahmen können wir mitgestalten.