PDS-Projektwoche: Schüler klären über Agrosprit auf

Die einen preisen ihn als DIE Lösung der Probleme im Energiesektor, die andern kritisieren ihn als den Klimakiller, der den Anbau von Lebensmitteln verhindere, die Kleinbauern verdränge und den Hunger verschärfe. Die Rede ist vom Biosprit.
Mit den negativen Auswirkungen der Agrartreibstoffe befasst sich in dieser Woche ein Projekt der Pater Damian Schule, das von der Menschenrechtsorganisation FIAN begleitet wird. Heute Nachmittag sind die Schüler damit auch an die Öffentlichkeit gegangen.
Ein Beitrag von Michaela Brück

„Entschuldigen, haben Sie kurz Zeit, wir sind vom Projekt FIAN aus der Schule PDS.
FIAN ist eine Organisation, die sich für die Menschenrechte einsetzt, hauptsächlich für das Menschenrecht auf Nahrung.“

Luke und seine Mitschüler sind mit Engagement dabei. Verkleidet als Kontrolleure und mit umgehängten Plakaten stehen sie vor einem Eupener Supermarkt. Dort versuchen sie, das Interesse der Verbraucher für das Thema Agrartreibstoff zu wecken. Im Rahmen der Projektwoche in der Pater Damien Schule haben sie sich intensiv mit dem Thema befasst. Die 12 jährige Lynn erklärt, worum es geht:

„Also Agrosprit, das wird meistens aus Zuckerrohr oder Palmöl hergestellt, aber wir haben hier keinen Platz dafür, um das anzupflanzen. Deshalb wird halt in den armen Ländern den Indianer oder andern Leuten das Land abgenommen, damit wir halt den Sprit haben. Aber das ist nicht gut, weil das gegen die Menschenrechte verstößt; die Menschen werden obdachlos und haben nichts mehr zu essen und das ist ja eigentlich schlecht.“

Das findet auch ihr Kamerad Luke; er hat noch einige Fakten dazu:

„Man braucht sehr viele Pflanzen, um nur einige Tropfen von diesem Agrosprit zu erhalten. Im Benzin sind 4% Agrosprit beigemischt. Da wird niemand gefragt, das wird einfach so eingeführt und die EU will bis zum Jahr 2020 die Zahl von 4% auf 10% erhöhen.“

Damit dies nicht geschieht, sammeln die Schüler Unterschriften für eine Petition, die sie dann an die zuständigen Politiker weiterleiten wollen. Aber dabei soll es nicht bleiben; sie wollen auch Alternativen aufzeigen, wie die schädlichen Treibhausgasemissionen gesenkt werden können.

Lynn hat einige Vorschläge:

„Wir können zum Beispiel Fahrgemeinschaften bilden zur Arbeit oder zur Schule, wir können mit dem Bus oder dem Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen. Wir können das jetzt nicht verallgemeinern, aber ein Auto für zwei Haushalte ist möglich. Und wir können andere in der Familie informieren. Dann wird auch eher ewas geändert.“

In der Schule haben sich die Kinder diese Woche intensiv mit dem Thema Agrosprit beschäftigt, eines von etwa 50 Themen, die die Pater Damian Schule ihren Schülern in dieser Woche anbietet. Neben Kunst, Musik und Sport sollte diesmal auch verstärkt Soziales berücksichtigt werden. Die FIAN Lokalgruppe Eupen hat gerne ihre Mitarbeit zugesagt. Doris Köttgen, Mitglied der FIAN Gruppe und ehemalige Lehrerin an der PDS freut sich über das Engagement der Schüler, auch wenn sich nur sieben für dieses Projekt eingeschrieben haben:

„Das sind jetzt alles Schüler aus dem ersten Jahr, die sind jetzt 12-13 Jahre alt. Ich glaube, die kann man noch eher motivieren für solche Sachen. Die Kinder sind ja die Erwachsenen von später, die müssen auch langsam umdenken. Ich bin sehr zufrieden und werde nächstes Jahr auch wieder gerne dabei sein und hoffe, dass sich dann wieder interessierte Schüler für dieses Projekt einschreiben werden.

Luke, Lynn und ihre Mitstreiter sind unterdessen weiter im Einsatz. Sie wollen morgen auch noch auf den Eupener Freitagsmarkt gehen, um dort die Menschen über Biosprit und seine Auswirkungen zu informieren.


In diesem Video können Sie den Schülern und der FIAN Lokalgruppe von Eupen dabei zusehen, wie sie die Bevölkerung zum Thema Agrosprit informieren und sensibilisieren.